Gelassenheitsübung: Ball aus der Hecke

Während der Gelassenheitsprüfung soll dein Pferd beweisen, dass es in alltäglichen Situationen gelassen bleibt und nicht in Panik gerät. Dazu gehören auch plötzlich aus einem Busch rollende Fußbälle, weswegen der Ball Teil der Prüfung ist und damit auch Teil deines Trainigs sein sollte. Wie immer gilt: Bevor das Pferd sich an die plötzlich auftretende Situation gewöhnen kann (Ball aus Busch), muss es sich ersteinmal an die darin auftretenden Gegenstände gewöhnen. Dein erster Schritt wird also sein, dein Pferd an den Ball zu gewöhnen. Und zwar behutsam und langsam, so dass dein Pferd Vertrauen zu dem Ball und Dir fassen kann. Beim ersten Kontakt mit dem Ball zeigst Du ihn deinem Pferd erst, spielst ein wenig damit und lässt es daran schnuppern. Am besten, während der Ball auf dem Boden liegt, damit der Kopf dabei tief herunterkommt. Wenn dein Pferd den Kopf senkt, ist es entspannt und kann sich besser an den Ball gewöhnen. Wenn die erste Gewöhnung an den „statischen“ Ball erfolgt ist, kommt Bewegung ins Spiel: rolle den Ball unter dem Pferd hindurch. Dabei darf der Ball das Pferd durchaus berühren – erstmal am vorderen Körper. Nimm ihn in die Hand und streiche an Hals, Bauch und Nase entlang – später auch an den Hufen und an der Hinterhand. Bleibt dein Pferd dabei ruhig, dann ist die Gewöhnung an den Ball so gut wie abgeschlossen und Du kannst langsam beginnen, den Ball von hinten in das Blickfeld rollen zu lassen. Wenn das funktioniert und Du den Ball immer mal wieder für eine Gelassenheitsübung rausholst, dann sollte die Gelassenheitsprüfung gut funktionieren....

Gelassenheitsübung: aufsteigende Luftballons

Bei einem Ausritt erwarten ein Pferd unzählige Schrecken: Regenschirme, Ballons, aufspringende Hasen oder plötzlich aus einem Busch flatternde Vögel. Damit dein Pferd nicht in panischer Reaktion auf und davon springt und dich dabei in Gefahr bringt, solltest Du die Gelassenheit in solchen Situationen mit deinem Pferd trainieren. Wie bei der geführten Gelassenheitsprüfung (GHP) in der Aufgabe „Aufsteigende Luftballons hinter einer Hecke“ trainierst Du am besten mit Luftballons stellvertretend für all die plötzlich auftretenden Schrecken. Dazu brauchst Du nur zwei Ständer, eine Stange, eine Decke, einen Helfer und Luftballons. Der Helfer versteckt sich hinter der über die Stange gehängte Decke und lässt die Luftballons langsam aufsteigen, wenn Du und dein Pferd vorbeigehen. Achtung! Das ist quasi das Endstadium deine Trainings. Wie immer gilt: Langsam angehen. Denn es kann sein, dass dein Pferd vor den gefährlichen Luftballons eine Heidenangst hat. Also gewöhne es erst einmal an einen Luftballon. Zeige ihn deinem Pferd, lass es mal dran schnuppern. Bleibt es ruhig und entspannt, dann kannst Du versuchen, es mit dem Ballon zu berühren. Reagiert es eher panisch, dann verstecke den Ballon erstmal wieder und beruhige es. Dann versuchst Du es wieder, bis Du Fortschritte erkennst und das Pferd beim Anblick des Luftballons nicht mehr in Panik gerät. Es muss sich darauf verlassen, dass er keine Gefahr in deinen Händen darstellt. Wenn dein Pferd soweit ist, dann kannst Du zur nächsten Stufe übergehen. Dem Vorbeiführen an der „Hecke“. Wichtig ist, dass Du zwischen Hecke und Pferd läufst, damit es dich nicht in Panik umrennt. Benutze unbedingt Handschuhe, damit Du das Führseil halten kannst! Wenn Du an der Hecke entlangläufst, hält dein Helfer die...

Gelassenheitsübung: Führen lassen

Beim Führen des Pferdes kann man gut erkennen, wer (vermeidlich) das Kommando gibt: drängelt das Pferd und zerrt den Menschen hin und her, dann gibt (aus Sicht des Pferdes) nicht der Mensch die Richtung vor. Ein sich gut führen lassendes Pferd zeugt also von einer erfolgreichen Erziehung und einem gehorchenden Pferd. Deshalb gehört die Beurteilung des Führen lassen auch zur Gelassenheitsprüfung. Damit dein Pferd lernt, dir zu folgen und zu gehorchen, solltest Du es immer wieder trainieren, denn das ist im täglichen Umgang eines der wichtigsten Regeln. Schließlich führst Du dein Pferd ständig: zum Reitplatz, auf die Weide, in die Box usw. Bei der Grundausbildung arbeitest Du am besten mit einem Knotenhalfter und einem langen Strick. Grundlage für die ersten Übungen lautet: „Du gehst vor und darfst nicht überholt werden!“ Also konkret: Das Pferd darf mit seiner Schulter deine Schulter nicht überholen. Jetzt gibt es natürlich unterschiedliche Pferde und jedes braucht eine etwas andere Art der „Erziehung“. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass es beim Führtraining die Drängler/Draufgänger und die Vorsichtigeren gibt. Wenn dein Pferd eher der Draufgänger ist und ständig mit Schwung an dir vorbei will, dann hilft es meist, das Pferd ordentlich zu erschrecken, damit es dich respektiert und dich und deine Ansagen nicht mehr ignoriert. Zum Erschrecken reicht es schon abrupt stehen zu bleiben, dich groß aufzubauen oder auf den Boden zu stampfen. Wenn Du eher ein vorsichtigeres Pferd hast, dann reicht es oft schon mit ihm einfach zu stoppen und sich etwas aufzubauen, damit es lernt mit zu stoppen. Der nächste Schritt ist das Führen mit Rückwärtsgehen. Das heißt, Du stoppst nicht nur, sondern führst das Pferd auch einige Schritte rückwärts....

Gelassenheitsübung: Stillstehen

Direkt zu Anfang der Gelassenheitsprüfung muss Dein Pferd stillstehen und genau das fällt vielen Pferden schwer. Bei der Prüfung zeigt sich so aber, ob der Mensch der Chef und das Pferd richtig erzogen ist. Die Übung Stehtraining kann man eigentlich immer und fast überall machen. Wenn Du dein Pferd mit Halfter am Führseil führst, dann kannst Du jederzeit stehen bleiben. Als erstes lernt das Pferd das Kommando „Halt“. Welches Wort Du wählst, ist dabei egal, hauptsache Du benutzt immer das Gleiche. Also, getreu dem Motto: Kommando, Signal, Gehorsam – Du sagst „Halt“ (Komando), zupfst kurz am Halfter (Signal) und bestehst darauf, dass das Pferd stehen bleibt. Notfalls versperrst Du ihm mit der Gerte den Weg. Wenn es nicht stehen bleibt, wiederholst Du das Ganze etwas energischer und knuffst es vor die Brust, damit es dich ernst nimmt. Wichtig: Wenn Du sagst, dass es stehen bleiben soll, dann muss es stehen bleiben! Zur Not schickst Du das Pferd 10 Schritte zurück, oder baust dich kräftig vor ihm auf, so dass es Dich ernst nimmt auf dich achtet. Wenn es stehen bleibt ist alles in Ordung und es darf ein Lob kassieren. Vorallem lässt Du es in Ruhe, so dass es sich entspannen kann. Das ist dein Ziel und das soll das Pferd damit verbinden: sagst Du „Halt“ heißt das nicht nur stehenbleiben, sondern für das Pferd bedeutet es: es ist entspannen angesagt. Und das macht es doch bestimmt gerne! Auch wenn Du es als nächstes länger stehen lässt und dabei mit Säcken raschelst, was trinkst oder einfach mal einen halben Meter zur Seite gehst. Wenn es sich bewegt, korrigierst Du sofort. Wenn...